Ritchey-Rückruf: Carbon-Gabeln mit lösbarem Gewinde
Ritchey Design ruft Carbon-Gabeln und Rahmensets wegen eines lösbaren Gewindeeinsatzes zurück. Betroffene Modelle, Risiko und wie du dein Rad jetzt prüfst.

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Der US-Komponentenhersteller Ritchey Design ruft freiwillig Carbon-Gabeln sowie damit ausgestattete Rahmensets zurück. Grund ist ein möglicher Defekt am Gewindeeinsatz in der Gabelkrone. Der Rückruf wurde am 13. August 2026 offiziell bei der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC gemeldet, betroffen sind nach aktuellem Stand rund 775 Einheiten – verkauft auch über Fachhändler in Europa.
Was das Problem ist
Der Alu-Gewindeeinsatz in der vorderen Gabelkrone – vorgesehen zur Befestigung von Schutzblech, Gepäckträger oder Lowrider – kann sich lösen. Löst er sich während der Fahrt, kann das befestigte Zubehör abfallen und auf das Vorderrad treffen. Das birgt laut CPSC ein Risiko für Stürze und Unfälle mit dem Vorderrad. Ein Vorfall wurde bislang gemeldet, Verletzungen sind laut Hersteller keine bekannt geworden.
Welche Modelle betroffen sind
Betroffen sind alle Ritchey-Carbon-Gabeln mit einer Bohrung in der Gabelkrone, verkauft zwischen Juli 2024 und Juni 2026. Konkret geht es um folgende Produkte:
- Einzeln verkaufte Gabeln: WCS Carbon Mountain Adventure Fork, WCS Carbon Brevet Road Fork, WCS Carbon Adventure Gravel Fork, WCS Carbon Tapered Adventure Gravel Fork
- Rahmensets mit vormontierter Gabel: Montebello (Farbe „Hot Sauce"), Septimer (Farbe „Black & White"), Outback (Farben „Aurora" und „Winter Sage")
Der Markenname „Ritchey" ist direkt auf der Gabel aufgedruckt.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Ritchey empfiehlt, die Nutzung des Rads bei Verdacht sofort einzustellen und die Bohrung in der Gabelkrone auf montiertes Zubehör – Schutzblech, Gepäckträger oder Ähnliches – zu prüfen. Der Hersteller bietet ein kostenloses Fork Crown Hole Closure Kit an, mit dem sich die betroffene Bohrung dauerhaft verschließen lässt. Registrierung und weitere Informationen sind über die Ritchey-Website unter dem Menüpunkt „Safety Recalls" möglich.
Reaktionen aus der Szene
In deutschen Fachforen sorgt die Rückrufmaßnahme für gemischte Reaktionen. Mehrere Nutzer kritisieren, dass die angebotene Lösung – das dauerhafte Verschließen der Gewindebohrung – den praktischen Nutzwert der betroffenen Modelle einschränkt, etwa für alle, die Schutzblech oder Gepäckträger tatsächlich über diesen Befestigungspunkt montieren. Wer die Bohrung ohnehin nie genutzt hat, ist von der Einschränkung praktisch nicht betroffen.
Einordnung
Anders als bei einem klassischen Rahmen- oder Gabelbruch liegt das Risiko hier nicht in der strukturellen Festigkeit der Carbon-Gabel selbst, sondern in einem einzelnen, austauschbaren Metallbauteil. Der Rückruf betrifft ein vergleichsweise kleines Marktvolumen – wichtig ist er dennoch für alle Besitzer betroffener Modelle, insbesondere wer Schutzblech oder Gepäckträger über den Kronenpunkt montiert hat.
Quellen: U.S. Consumer Product Safety Commission (CPSC), 13. August 2026; rennrad-news.de (19. August 2026).
Quellenangabe: U.S. CPSC (13. August 2026), rennrad-news.de (19. August 2026).. Angaben zu Preisen, Verfügbarkeit und Fördersummen entsprechen dem Stand der Veröffentlichung.
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