Motorlage und Unterstützung im Stadtverkehr
Im dichten Stadtverkehr zählt weniger Spitzenleistung als ein feines Ansprechverhalten. Mittelmotoren sitzen im Tretlager, halten den Schwerpunkt tief und dosieren die Unterstützung beim Anfahren an der Ampel sehr genau. Heckmotoren sind meist günstiger und lassen sich mit Nabenschaltung und Rücktritt kombinieren, wirken beim Anfahren aber etwas schiebender. Frontmotoren sind die einfachste Bauform, verlieren bei Nässe jedoch früher Traktion. Für kurze Wege mit vielen Stopps ist ein Drehmoment von 50 bis 65 Newtonmetern völlig ausreichend — mehr Kraft bedeutet vor allem mehr Gewicht und höheren Verbrauch.
Akku, Reichweite und Ladealltag
Für Stadtwege genügen 400 bis 500 Wattstunden fast immer: Bei durchschnittlicher Unterstützung sind damit realistisch 40 bis 80 Kilometer möglich, abhängig von Gewicht, Temperatur, Reifendruck und Fahrstil. Wichtiger als die reine Kapazität ist, ob der Akku entnehmbar ist — wer in einer Wohnung ohne Steckdose am Stellplatz lädt, braucht diese Möglichkeit täglich. Lithium-Akkus altern langsamer, wenn sie nicht dauerhaft voll oder ganz leer gelagert werden; im Winter gehört der Akku bei Frost in die Wohnung. Mit diesen Gewohnheiten sind mehrere hundert Ladezyklen ohne spürbaren Kapazitätsverlust üblich.
Recht, Versicherung und Wartung
Pedelecs bis 25 km/h Unterstützung und 250 Watt Nenndauerleistung gelten rechtlich als Fahrrad: kein Führerschein, keine Helmpflicht, Radwege dürfen genutzt werden. S-Pedelecs bis 45 km/h sind dagegen Kleinkrafträder mit Versicherungskennzeichen, Helmpflicht und eingeschränkter Radwegnutzung. Wegen des höheren Gewichts und der höheren Durchschnittsgeschwindigkeit verschleißen Bremsbeläge, Kette und Reifen schneller als am unmotorisierten Rad — plane eine Inspektion pro Jahr ein. Eine Hausrat- oder Spezialversicherung mit Diebstahlschutz ist bei diesen Anschaffungswerten in der Stadt fast immer sinnvoll.